TEXT ⟶ Das künstlerische Schaffen von Barbara Stöhr bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Malerei, Collage, Assemblage, Grafik und Installation. Durch ihre prozesshafte, experimentelle Arbeitsweise bauen ihre Werke, ausgehend von einer persönlichen Sammel- und Archiviertätigkeit, aufeinander auf und entwickeln sich dabei stetig weiter. Dabei entstehen vielfältige Referenzen, aber auch ein kritischer Blick auf Popkultur, kapitalistische Konsumkultur und die Repräsentation von Frauen* in der zeitgenössischen Medienlandschaft.
Ihre Werke wurden bereits im mo.ë Contemporary, auf der Parallel Vienna, im Schikaneder, im Neuen Kunstverein Wien, im Sigmund Freud Museum, den Aa Collections und im xhibit Eschenbachgasse gezeigt. Sie studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Ashley Hans Scheirl, Gin Müller, Erwin Bohatsch und Daniel Richter. Sie lebt und arbeitet in Wien. Larissa Kopp, 2019

o.T. {The ghosts are haunting me V}, Serie, 2018, Faserstift auf Papier, je 15 x 15 cm

EXHIBITIONS ⟶ Norm-al, Gender Art Lab, Haus Wittgenstein, 2021 · Fanzineist Vienna, Online Edition, 2021 · Model Leatherette, xhibit Eschenbachgasse, 2019 · Das JUBJUB, galerie5020, Salzburg, 2018 · Bodies and Inhabitants, Sigmund Freud Museum, Wien, 2018 · Thingness: Yingmei Duan, Neuer Kunstverein Wien, 2017 · #freeze the frame I–III, mo.ë Contemporary & AU Vienna, 2017 · Aufgerissenen Auges: Transmanieristische Reaktionen, xhibit, Akademie der bildenden Künste Wien, 2016

o.T. {Im Atelier I}, Serie I–IV, 2019, Acryl und Kuli auf ungrundierter Leinwand, ca. 83 x 54 cm
o.T. {object planet #02}, Serie, 2020, Haare (gerahmt), 30 x 40 cm

ARTIST STATEMENT ⟶ Schwarz-creme-pfirsich verwischt, türkis-rosa-etwas-beige und ganz-zart grün-glänzend-glitzernd, der weiße Metalleffekt. Die Erstellung meiner Bilder ist oft eine körperliche Herausforderung für mich. Die Einzelteile, die Fragmente eines vergangenen Moments, die die Fotografie festgehalten hat, auf Leinwand gebannt.
Momente aus dem Leben, die ich archivieren will.
Festhalten und loslassen. Ich trage mehrere Schichten Nass-in-Nass oder Nass-auf-Trocken in Acryl auf. Ich konserviere die Farben, die Erinnerung.
Dies sind meine Schatten. Sie sind interpretierte Abbilder aus meinen Skizzenbüchern, der Collection collage du bois.
Diese Sammlung aus konkreten Bildern sind Vorlagen für meine abstrakten Bilder.
Neu angeordnet, nun herausgemalt, transzendiert. 
Unterschiedliche Konstruktionen zu diesen Malereien, Installationen wie ein Paravent, spielen dabei eine wichtige Rolle. 
Die Auseinandersetzung mit dem Tod war oft Thema in meiner Familie. Es gibt in derselben Art kein zweites oder weiteres, nächstes Leben, also warum nicht noch heute alles anders machen?
Was bedeutet es eine lebende oder eine tote, eine Weiße, eine Nicht-Weiße, eine queere, eine weibliche Künstler*in zu sein?
Und dann sind da die Geister, sie lachen von der Wand. Sind einmal Strich und Faden, krakelig, Filzstift und Kuli. Sie schweben im Rahmen und manchmal, wenn du durch ein Loch schaust wie in eine andre Welt, dann siehst du wie sie tanzen und Spaß haben zu existieren.

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